Ihre Browserversion ist veraltet. Wir empfehlen, Ihren Browser auf die neueste Version zu aktualisieren.

Horst Ehlert widmet sich den Phänomenen von Zeit und Licht 

Momentaufnahmen des Lichts

Von EIKE NIENABER

„Die Zeit ist die wohl einzige Konstante im Leben – sie ist unser maßgebender Faktor und sie hat uns in der Hand.“ Horst Ehlert hat sich auf Spurensuche nach der Zeit, seinem Lieblingsthema, gemacht. Doch wie fängt man die Zeit ein? Dieser Frage stellt sich der Waller Künstler seit Langem. Ebenso wie der Frage, was Zeit und Licht miteinander zu tun haben. Gibt es überhaupt eine Verbindung? Ehlerts Antworten sind nun in seiner Produzentengalerie „2nach4“ in der Schwerinstraße 2 zu besichtigen.

„Bilderschaffene Zufälle“, nennt er seine Momentaufnahmen des Lichts. „Ich habe Wege gefunden, das Licht auf Fotografien festzuhalten. Ich hole es aus dem Spektrum des Unsichtbaren heraus und verewige es“, umschreibt der gebürtige Kölner seine Arbeiten. Seine Lichtbilder hat er mit einem neuen Verfahren hinter Glas kaschiert und sie somit langfristig geschützt. Einige dieser Exponate zur Serie „Licht & Zeit“ sind jetzt bald auch im Freiraum-C afé von Luz Aragni in der Helgolander Straße 22 zu bewundern. Am morgigen Freitag, 30. August, wird die Ausstellung mit dem Titel „LichtRäume“ um 20 Uhr eröffnet. Bis Donnerstag, 28. November, haben Kunstfreunde dann die Gelegenheit, sich ein wenig Zeit zu nehmen und sich täglich (außer mittwochs) zwischen 14 und 23 Uhr vom kreativen Schaffen Ehlerts zu überzeugen.

Natürlich öffnet Ehlert Interessierten auch die Türen zu seinem Atelier. An jedem Donnerstag steht „2nach4“ in der Zeit von „zwei Minuten nach Vier“ bis 22.04 Uhr jedem offen.

Besonderes Zahlenwerk

Die Zahlen Zwei und Vier haben für Ehlerts Galerie eine besondere Bedeutung. „Es handelt sich hierbei eigentlich um zwei nebeneinander stehende Häuser – eines liegt jedoch in der Schwerinstraße 2, das andere in der Zietenstraße 4. Also geht man von Zwei nach Vier!“, erläutert der Künstler, den es erst vor vier Jahre in die Hansestadt gezogen hat. „Ich bin seit über fünf Dekaden in der Kunst tätig. Meine erste Ausstellung hatte ich Anfang der 1960er-Jahre in Köln und nach einem Umweg über Berlin bin ich in Bremen gelandet.“ Hier in Walle fühle er sich wohl, sei angekommen. Das Bremer Publikum sei kunstinteressiert und offen und die Künstlerszene nicht so überfrachtet wie in Berlin. Mit der Eröffnung seiner Produzentengalerie „2nach4“ hat sich Ehlert im vergangenen Jahr einen lang gehegten Herzenswunsch erfüllen können. Auf der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten stieß er auf eben jene zwei Gebäude im Herzen Walles.

Gebäude, die von vergangenen Zeiten erzählten und eine Geschichte haben. „Hier wurden zwischen 1910 und 1980 feinste Delikatessen verkauft und ich wollte hier wieder eine Plattform für den Genuss etablieren … für den Kunstgenuss!“ So widmet Ehlert getreu seinem lustvollen Motto „Kunst statt Kaviar“ seine Zeit, Leidenschaft und Energie dem kreativen Schaffen, welches doch viel mehr als fotografiertes Licht ist. Seine Passion für Edelstahl hat er in Form von Wand- und Stand- sowie Sitzobjekten als „Inseln für die kleinen Fluchten aus der Zeit“ verewigt. Seine Wasserspiele als Metapher der Bewegung der Zeit und die Fotografien des Lichts als sichtbarer Weg aus der Dunkelheit heraus vollenden das Gesamtwerk Ehlerts zu seinen dominierenden Themen. ENI

aus Weser-Kurier 29.08.2013